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Mittwoch, 22. Juli 2026

RIP Frank 4.7.2026



Frank wurde am 24.1.1962 in Kassel zuhause geboren.
Es gab keine größere Schwierigkeiten bei der Geburt.
Als Säugling konnte er die Nahrung nicht bei sich erhalten.
Er wurde im Stadtkrankenhaus Kassel behandelt.
Ich sah ihn nur durch eine Scheibe. Er wurde künstlich ernährt.
Als Frank entlassen werden konnte, erfuhren meine Eltern,
dass er fast gestorben wäre.
Damit war auch schon sein weiteres Dasein vorgeschrieben.

Leider ergaben Untersuchungen später, dass Frank unter frühkindlichen
Schädigungen seines Gehirns litt.
Es ist also schwierig für einen Mensch mit Behinderungen mit dem
familiären und auch gesellschaftlichen Druck fertig zu werden. Frank sah
und fühlte oft die Gefahr der Gewalt, mit der unser Vater die Familie
beherrschte.
Nachdem berufliche und militärische Erfolge ihm versagt blieben,
begann eine lange Zeit vieler Unterbringungen in Wohnheimen,
Krankenhäusern 

Unser Vater war bis zu seinem Ableben im Jahr 2007 sein Betreuer.

Als sich für mich die Möglichkeit ergab, Änderungen für ihn zu
erreichen, bekam er eine neue Bleibe. Im Wohnheim Tannenhof in Nidda-Bad
Salzhausen lebte er bis zum Tod. Krankenhausaufenthalte blieben ihm
nicht erspart und häuften sich.
Die lebenslange Einnahme von Medikamenten und seine laufende
Gewichtszunahme führten zu weiteren Erkrankungen.
Bei unserem letzten Besuch 2025 konnte er allein nicht mehr essen und
ein Tremor seiner Hände machte ihm das Leben schwer.
Das hat sich in der letzten Zeit noch verstärkt, so blieben auch seine
Anrufe bei uns mit der Frage, wann wir wieder einmal zu Besuch kommen, aus.
Dennoch muss man sagen, aus seiner Sicht war das Leben im Wohnheim
Tannheim gut und sicher wäre er gern noch länger geblieben.
Er hatte immerhin ab und an Freundinnen. Er zeigte mir von der letzten
noch stolz ein Bild. Leider konnten sie sich nicht so oft sehen,
da sie in einem anderen Wohnheim untergebracht war.
Das er in meiner Nähe bestattet werden konnte, das 
ist ein kleiner Trost.