Posts mit dem Label Tagebuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tagebuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 10. April 2026

Wobei

Ich lief vor vielen Häschern weg. Sie jagden Menschen. Egal ob sie töteten oder sie festnahmen zu mir nicht bekannten Zweck.
Ich schaffte es, dachte ich. Da gab mir jemand etwas in meinem rechten Hand. Was ich sah, das war ein bisschen Erde mit Gras bedeckt. Sobald ich das fühlte, kam ich schnell voran. Eine junge Frau, die ich kannte, lächelte mir zu. Ich hatte den Ausweg gefunden.
Ein junges Paar fragte mich, ob ich mit ihnen gehen wollte. Ich wusste nicht warum und fragte die Frau. Sie meinte, dass sei ganz in Ordnung. Ich solle mir keine Gedanken machen.
Machte ich mir auch nicht, hatte leider meine Aktentasche in einer großen Galerie von Geschäften liegen gelassen. 
Das Gebäude verfügte über mehrere Eingänge, nur nicht da wo ich mich befand. Zwangsweise musste ich die städtische Umgebung wahrnehmen. War es wieder einmal Berlin, was ich sah? Es saßen junge Leute auf der Straße, das gefiel mir.
Fast vergaß ich mein Ziel. 
Doch mein Weg sollte doch nach Hause führen. 
In der S-Bahn, auf dem Weg zum Fernbahnhof, später glaubte ich in der Pariser Metro zu sein, aber da waren sehr viele Deutsche im mich herum.
Ich dachte mich in einem Traum zu befinden, aber dann ist das Nichts alles.











Samstag, 21. März 2026

Schopenhäuerchen

Zitat aus den Aphorismen von Schopenhauer:

"Man muß alt geworden seyn, also lange gelebt haben, um zu erkennen, wie kurz das Leben ist. — Je älter man wird, desto kleiner erscheinen die menschlichen Dinge sammt und sonders: das Leben, welches in der Jugend als fest und stabil vor uns stand, zeigt sich uns jetzt als die rasche Flucht ephemerer Erscheinungen: die Nichtigkeit des Ganzen tritt hervor."

Heute denke ich an eine wahrscheinlich verstorbene Frau namens Dorle, deren Mann sie und ihr gemeinsames Kind damals verlassen hatte.
Ihr Humor war sagenhaft.
Alle Namen hatten bei ihr das "chen" am Ende. 
Also Völkerchen, mit dem sie kurzfristig Spaß hatte und natürlich Schopenhäuerchen, den sie verehrte. 

Damals war er mir zu langweilig, weil sich in seinen vielen Wiederholungen manchmal der Kern seiner Aussagen versteckte.
Aber der Kern des Pudels lässt sich doch finden. Heute habe ich mehr Zeit und auf meinen Lebensabend trifft das oben aufgeführte Zitat hundertprozentig zu.

Und warum habe ich mich nicht auf Dorle eingelassen? Mir zugewandt sagte sie: "Frauen sind blöd."


Samstag, 14. März 2026

Unbekannt

Mit meinem Vater stritt ich mich. Er hatte mir einige Vorwürfe gemacht und ich ging aggressiv auf ihn zu. Damit er mir zu hört, gab ich ihm mit der flachen Hand einen Klaps auf seinen Oberschenkel, der in einer blauen Hose steckte. 
Unsere persönliche Nähe beruhigte uns und Vater begann mir etwas erzählen.
Er sagte, es gäbe da noch einen dritten Sohn außer mir und meinen Bruder.
Das wäre unser Halbbruder. Denn unsere Mutter hatte nur mich und meinen Bruder.
Sie erzählte mir zu Lebzeiten, dass Vater öfter Besuch einer komischen Frau gehabt hatte (nach ihrer Ansicht). Das muss kurz bevor sie meinen Vater besuchte, gewesen sein.
Vater sprach über einen weiteren Sohn während seines Lebens nicht mit uns.

Mein Traumerlebnis erscheint mir insgesamt sehr wenig real. 


Sonntag, 8. März 2026

Zart

Ich wäre so gern in Österreich.
Nicht alles ist dort so gleich.
Ein bisschen Schmäh in Wien
und dazu Mehlspeis' sei verziehn.
Berge schau ich mir von unten an
und glaube gern daran.
Mein Name war bei jeder Fahrt 
dort bekannt als Wolfgang.
 (nicht als Mozart)

Mittwoch, 11. Februar 2026

Mephisto

                          Zitat aus 
            Klaus Mann, Mephisto: 

" 'Wo bin ich nur?’ dachte der junge Herr – er kam aus einem der skandinavischen Länder –. ‚Der Ort, an dem ich mich befinde, ist ohne Frage sehr lieblich und verschwenderisch ausgestattet; dabei aber auch etwas grauenhaft. Diese schön geputzten Menschen sind von einer Munterkeit, die nicht gerade vertrauenerweckend wirkt. Sie bewegen sich wie die Marionetten – sonderbar zuckend und eckig. In ihren Augen lauert etwas, ihre Augen haben keinen guten Blick, es gibt in ihnen so viel Angst und so viel Grausamkeit. Bei mir zu Hause schauen die Leute auf eine andere Art – sie schauen freundlicher und freier, bei mir zu Hause. Man lacht auch anders, bei uns droben im Norden. Hier haben die Gelächter etwas Höhnisches und etwas Verzweifeltes; etwas Freches, Provokantes, und dabei etwas Hoffnungsloses, schauerlich Trauriges. So lacht doch niemand, der sich wohl fühlt in seiner Haut. So lachen doch Männer und Frauen nicht, die ein anständiges, vernünftiges Leben führen …’ "


An diesem Text hat sich bis heute wenig geändert. Oberflächlivhr Freundlichkeit verdeckt nur zu oft, die zugrundeliegenden Absichten. Es geht ums liebe Geld, mehr als um das Menschseins. Mein Vater sagte mal, statt um das Maschine des Spiels sei der Mensch wichtiger. 
Da ich aber sehr selten überhaupt wertvolle Bekanntschaften gemacht. So bezog ich mich immer mehr in mein Sein zurückgezogen. Die oft zutage auftretende individuelle Aggression der Personen, die mir zu Schaffen machte, ließ mich so denken. Bestenfalls stieß ich auf eine wurstige Uninteressiertheit, die ich mir selbst zu eigen machte in diesem sogenannten Vaterland, Deutschland genannt.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Städtchen

Lemgo gilt manchmal als kleines schönes Städtchen von Leuten, die es nicht kennen. Aber manche Leute zieht es an, vor allem wenn man dort geboren wurde. Viele bleiben ihr ganzes Leben da oder kommen gern zurück, wenn sie woanders gearbeitet haben. Sie meinen auch, dass man dort gut leben kann in dieser kleinen Stadt.
Auch ich fuhr früher lieber nach Lemgo als in meine Heimat Kassel. In den Läden ließ es sich besser einkaufen. Gute Bedienung und freundliche Behandlung war dort einfach besser. 
Ansonsten weist Lemgo 
schöne mittelalterliche Architektur vor allem in der Innenstadt auf. Immer schon wurde gern gehandelt, aber auch gewerkt und dabei auch gern gebaut.
Wirklich unansehnliche Viertel bzw. Ortsteile gibt es in der Stadt wenig.
Die Lemgoer fühlen sich wohl in ihrer Stadt.
Wirtschaftlich geht es der Stadt gut.
Die gefüllten Taschen so mancher Bürger ermöglichen regelmäßige Besuche der örtlichen Gastronomie.
Dort und auch bei Veranstaltungen bleiben die Lemgoer gern unter sich. Ortsfremde Beutelipper werden nur dann integriert, wenn sie enge örtliche Kontakte
kennen.
Die Wohnungssuche für Neulinge ist schwierig, da helfen auch die vielen leer stehenden Häuser nicht.
Dennoch steht Einiges an positiven Merkmalen für Lemgo zu Buche. 
Lemgo gewann den Architekturpreis Ostwestfalen. Und in Nordrhein-Westfalen gilt das Radfahren in Lemgo als ein positiver Punkt. 
Leider finden sowohl der Radfahr- und auch der elektronische Rollerverkehr zu Lasten der Fußgänger gern auf den Bürgersteigen statt. Obwohl das öffentlich nicht gern gesehen wird, gibt es keine Überwachung des fließenden Verkehrs durch die örtliche Polizei, die selten in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Um den Autoverkehr im Ortsteil Brake zu verringern, da wäre die längst geplante Nordumgehung notwendig. Die Bewohner im Bereich des Ilsetal danken es, dass das immer noch nur ein Projekt ist.
Insgesamt: der Lemgoer muss sein Auto lieben und er tut es. Die teilweise fehlende Anbindung einzelner Ortsteile an den öffentlichen Verkehr zwingt manchen zum Autofahren. Andere spekulieren auf steigende Preise für ihre erworbenen Oldtimer. Und auch die Zweiräder sind vor allem im Sommer beliebt.
Räder müssen rollen, das macht der Lemgoer rasend. 
Im Rathaus der Alten Hansestadt plant 
man neue Bauprojekte, vor allem wenn die Stadt sie nicht
bezahlen muss. Nur dann geht die Umsetzung schnell. Ansonsten dauert alles etwas länger. Der Bürgermeister kommt vom Bauamt und sein Mitarbeiter von der Jugendarbeit. Seniorenarbeit genießt in der Alten Stadt nicht die hohe Präferenz.
Zum Schluss: 
Wohnen sollte man in der Kernstadt,
die die beste Infrastruktur in der Alten Stadt aufweist. 
Was war noch? Wem barsche Töne nicht schreckt, der rauhes Klima mag, gern zum örtlichen Handball geht und ehrenamtlich umsonst bei der Stadt arbeiten möchte, der ist in der Alten Hansestadt Lemgo richtig.







Mittwoch, 31. Dezember 2025

2026

Das Jahr geht vorbei,
es knallt.
Der Zeit lässt es kalt.
Nur die Menschheit 
wird nicht gescheit.
Seine Blödheit gewinnt,
Gewissheit verrinnt.
Geschichte so weit
erledigt, KI ist bereit.







Freitag, 12. Dezember 2025

Idiot - Heini Kauz

"Ein komischer Heini" wurde mein Vater genannt. Ich trat in seine Fußstapfen, denn als Name trug ich die Bezeichnung  "Kauz".
Aus Kauz wurde nun Idiot.
Zwar bin ich kein Nazi aber der Begriff Narzismus wird mir zugedacht.
Alle diese schönen Gedanken bekomme ich von Frauen frei Haus.
Deutsche seien aggressiv, meinte meine erste ausländische Freundln.
Nun bin ich lange in deutscher Frauenhand.
Dadurch gewöhnte ich mir eine unfreundliche Lebensart an. 
Mein Leben ist trotzdem bis zum 70. Lebenjahr überstanden.
Allein geht das ganz gut, auch wenn ich für die Hilfe Weiblichkeit arbeite.




Mittwoch, 19. November 2025

Alternativ

Manche Frauen ziehen sich ganz aus.
Manche beißen, meine erzählt mir sehr viel.
Bis ich leer bin und kaum noch antworten 
kann oder aufhöre zu arbeiten.
Wenn sie nicht mehr da wäre, müsste ich 
mich um alles kümmern.
Dann wäre ich einsam leer.
Oder allein und ständig im Muss.

Freitag, 7. November 2025

Das Leben der anderen oder Irène

"Es gibt Leute, die das Leben der anderen erzählen. Oder das Ihrige. An welchem Ende fangen die denn an? Schließlich schreiben sie irgend etwas zusammen. Sie haben von dem Leben der anderen verstanden, was sie fähig wären, zu verstehen."

Louis Aragon heißt der Mann, der das 1927 schrieb. Das Buch begann mit sehr vielen Albträumen. Der Protagonist des Buches, er nannte seinen Namen nicht, hatte geschäftlich wohl Pech und wurde zur Verwandtschaft nach Ostfrankreich geschickt. Dort in einer kleinen Stadt mit C. langweilte er sich so sehr, dass er in einem Bordell seine Zeit verbrachte. Später wanderte er durch das Land und fand Unterkunft in einem Bauernhof. Im vorletzten Kapital dann beschrieb er später, wie er das Leben dort empfand. 
Es geht um Wesentlichen um eine Frau namens Irène. Die braunhaarige Tochter 
des Hauses, die mit den Landarbeitern des Hofs ein vielseitiges Sexleben führte, 
lebte in einer ambivalenten Beziehung zu ihrer lesbischen Mutter. Dem an Syphilis in jungen Jahren erkrankte und gelähmte Vater blieb nur noch eine Zuschauerrolle.
Obwohl der Protagonist nur eine kurze Episode im Leben der Irène
war, sein Eindruck ihrer herrschenhaft
ausgelebten sexuellen Neigungen hinterließ einen großen Eindruck.

Verfasser:
Louis Aragon, geboren als Louis-Marie Andrieux in Paris.

Ein entscheidendes Zitat:

"Aber Irene hört nicht auf diesem Ohr. Sie stößt mit den Lenden, wie man Schreie ausstößt. Sie dreht ihr Becken und ihren Bauch im Kreise herum, sie wölbt sich empor, ihre Schenkel öffnen sich und schmiegen sich nun um das Glied des unbeweglichen Mannes."

Freitag, 17. Oktober 2025

Wehr dient?

Das Gespenst "Russland" geistert in den Medien und in den Köpfen unserer Pseudopolitiker herum. 
Wehrtüchtig ist das Wort der Stunde.
Auf irgendeine Weise soll eine Wehrpflicht wieder einmal Wirklichkeit werden.
Es ist alles so lächerlich, ich selbst war ein Opfer einer 15monatigen Wehrpflicht.
Darüber habe ich ausführlich in diesem Blog berichtet (MyLife 1974 und 1975).
Kurz zusammen gefasst, hier kurz: 
1.7.1974 - nach meinem Abitur konnte die Bundeswehr nicht schnell genug meinen Einrufungsbescheid zu stellen. 
( Nach dem der Blick auf meinen Hintern bei der Musterung bestätigte, das ich Klasse 1 für die Bundeswehr bin.)
Ich selbst wollte wenigstens in der Nähe meiner Eltern sein und so verbrachte ich drei Monate in der Kasseler Lüttich-Kaserne bei den Fernmeldern. 
Den Wehrdienst verweigern, das kam wegen meinem Vater nicht in Frage.
Haare ab und zum Kommiss, so lautete seine Meinung.
Die Grundausbildung dauerte drei Monate mit allem drum und dran an Waffen. Das war nicht das Schlimmste, körperlich war ich gar nicht in der Lage, die von Ausbildern verlangte Leistungen zu bringen.  Armkraft mangelte mir und die Schnelligkeit  ebenfalls. Kam ich vom Gelände zurück, dann war ich der jenige, dem das Hemd schon aus der Hose hing. 


Zu sehen auf dem wunderschönen,  colorierten Foto, wo die ganze Truppe völlig verdreckt stand.
Doch es sollte schlimmer kommen. 
Nachdem man erkannt hatte, dass ich zum Offizierslehrgang nicht tauchte, durfte ich den Rest meines Wehrdienst bei den Jägern in der Wittich-Kaserne vebringen.
Auch hier fiel ich schlecht auf. Auch bei einem Fehler auf der Schießbahn in Schwarzenborn hätte fast ein Soldat sein Leben verloren. Beim Sichern meines G3-Gewehrs hatte mich der Ausbilder mich so verrückt gemacht und nicht bemerkt, dass ich beim Sichern einen entscheidenden Handgriff ausgelassen hatte. Danach sollte ich noch einmal den Abzug drücken. Eigentlich normal, aber eine Patrone war noch im Laufe.  Es löste sich ein Schuss, der zum Glück in die Luft ging.
Ein sehr blasser Soldat stolperte in meine Richtung. 
Als Strafe durfte ich die restlichen Tage auf dem Gelände jeden Tag Wache schieben.
Später erfolgte meine Versetzung in den Wäschekeller, um die Wäscheausgabe an die Kameraden zu übernehmen.
Auch hier war der Wachdienst immer auf meinem Plan. Gern auch mit scharfer Munition bei der Bewachung des Munitionslager in Ehlen.
Die eigentlich zu Beginn notwendige Inventur des Bestands im Wäschekeller sparte man sich bis zu meinem Ende des Wehrdienstes auf. Ich bekam eine Rechnung für angeblich fehlendes Material,
da man Verluste festgestellten hatte.

Während meinem Wehrdienst musste ich wegen meiner psychischen Verfassung Tabletten nehmen. Nur so überlebte ich die letzte Kasernenzeit.
Wegen meiner Angstzustände fand ich vor allem nach der Rückkehr in die Kaserne sonntags keinen Schlaf. 
Neben dem häufigen Wehrdienst belasteten mich auch die Kameraden, die
wenig Verständnis für meine Lage auf brachten.

Der Russe kam übrigens nicht. Viel gefährlicher war damals die aktive RAF. 
Bundeswehrstandorte, vor allem Munitionslager, waren ein beliebtes Ziel.

Heute ist die steigende Zahl der Migranten eine Gefahr. Das findet im Staatsfunk nur am Rand Beachtung. Denn nur der Russe ist wieder die Nummer Eins.

Wenn man dann als Rentner noch hört, dass man gefälligst noch ein soziales Jahr ableisten soll, dann schlägt es Dreizehn.
Da frage ich gern den Politiker oder den Bleistiftspitzer in den  öffentlichen Institutionen:
"Haben Sie gedient?" 













Freitag, 26. September 2025

I


I am there 
no more longer,
interested
by now one
who knew me.
Lifetime
wasted
without
gain
and
knowledge, 
now
every day devices
send me a flow 
of digits 
into my brain,
am I there?
Accumulated 

Sonntag, 14. September 2025

Kommunal ist sehr gut.

Eine schöne Wahlwerbung fällt dieser Tage ins Auge. Allerdings wäre dieses Plaket noch pseudodemokratisch aussagekräftiger, wenn nur das Wesentliche genannt bliebe.

Die rote Farbe ist in Wirklichkeit etwas zu blass. Da helfe ich gern nach.

Freitag, 12. September 2025

Stalingrad

Mit steinernen
Herz erfasst 
schnell der Radfahrer
seine Fahrt
mit Helm ohne Klingel
den Passant.
Oder ohne Helm
und Handy
auf seinem Roller,
chattet so
zu zweit, fliegenden
Haares auch
die Frau ohne Sicht.
Unerzogener
Lauf der Welt
ohne zu gehen.
Migranter
ohne altem Volk.
Stalingrad


Politisch verfasst 
zum Schutze 
grünlinker Denker
gesichert.





Donnerstag, 21. August 2025

Wait for

Beim Friseur fragt mich die nette Friseuse, wie ich meine Haare haben will. Die Antwort ist kurz: kurz. Dann fragt sie mich, wann mein letzter Besuch gewesen sei. Meine Haarlänge ist schon länger als das, was bei den Männern heute normal ist. Ich sage: drei Monate. Als sie fertig mit meinem Haarschnitt war: die Haare sind nicht kurz, sondern höchstens ein bisschen kürzer. 
Es ist eigentlich blödsinnig, darauf zu warten, dass eine Friseuse das macht, was du dir vorstellst. Es geht aber durchaus so, wie Politiker das erwarten.
Bei der Kommunalwahl, die demnächst statt findet, hängen überall die Plakate und stehen übegrößen Posterwände herum.
Da freut sich unser Bürgermeister in die Welt mit einem Slogan verziert. Da steht dann, dass er sowie Bürgermeister bleiben wird. Trotzdem wollen auch andere Bürgermeister werden. Einer hat eine neue schicke Brille auf und schaut sehr ernst schlau. Der Weitere meint sowieso, dass seine Stadt lebt, vor allem innen.
Also alles klar, eine kleine Partei hat auch ein anderes Motiv. Nazis töten. 
Das wollen viele in Deutschland. Morden ist politisch durchaus angesehen. Ob real oder symbolisch ist doch egal. Hauptsache der Demokrat steht auf der richtigen Seite.
Wer dem Mainstream verhaftet, queerfreundlich klimawandelnd durchs Leben geistert, der darf auch gern ein bisschen pseudo-affin sein.



Donnerstag, 10. Juli 2025

107

Vor 54 Jahren fand in der Wohnung unserer Klassenlehrerin Frl. Schäfer in ihrer Wohnung der Kölnischen Straße in Kassel ein großer Abschied von ihrer Realschulklasse statt  Nach dem Genuss an Bieren fand eine allgemeine Brüderschaft mit den Mädchen in der Küche statt. Nachdem ich beschwingt mich ins Wohnzimmer bewegen wollte, um an der weiteren frohen Stimmung teilzuhaben, sperrte mir ein Klassenkamerad den Zutritt mit seinem Bein. Der Kerl ist heutzutage längst gestorben.
Zum Widerstand hatte ich damals keine Lust, ohnehin holten mich meine Eltern bald ab, völlig verwundert, wie ihr Sohn nun daher kam.
Die nächsten Wochen verbrachte ich ohne große Erlebnisse, das Warten auf dien nächsten Schulbeginn erwies sich als quälend.
Beinstellen hat in meinem Leben stets eine Rolle gespielt, ob real oder nur symbolisch, doch meist mit Wirkung auf meine seelische Verfassung.
Deswegen liebte ich stets eine Distanz zum Leben, um es ganz für mich hindurch gehen zu lassen.
Die Realität ist mir weniger wichtig als meine Gedanken. Schon in die Schule sollte ich spät aufgenommen werden, wegen meiner Träumerei. Doch was ist das Leben außer ein Traum? 












Freitag, 20. Juni 2025

Abreisetag

Im Hotel hatten fast alle Reisenden ihre Koffer gepackt und waren bereits abgereist. Ich wartete noch darauf, dass mich meine Eltern abholen würden. Meinen Koffer hatte ich im Bereich der Rezeption gelagert. Ich wollte ihn nun schon nach draußen bringen und musste feststellen, dass eine Frau dabei war, meine Wäsche einzeln sorgsam aus meinem Koffer zu entnehmen und daneben zu stapeln. 
Sie fuhr auch damit fort, als ich sie darauf ansprach. So ging ich zu der mir lange bekannten Hotelbesitzerin an der Rezeption und machte sie auf den Vorfall aufmerksam. Nee, meinte sie, sie hätte das nicht in Auftrag gegeben. Das wäre nicht ihre Art und die Dame sei auch nicht bei ihr angestellt. Als ich zurück kehrte, um die Sache selbst zu klären, sah ich gerade noch eine Frau verschwinden, die es nicht versäumt hatte, der Hotelbesitzerin noch kurz zuzuwinken. Was mich wunderte, das war zudem, dass mein Vater nicht auftauchte. Wenn er etwas versprach, hielt er das normalerweise.
Nachdem ich meinen Koffer wieder reisefähig zusammen gepackt hatte, 
beließ ich es bei einen kurzen Gruß an die Chefin des Hauses. Sie erwiderte etwas, was sich nach einer Frage nach meinen
Eltern anhörte, die sie gar nicht kannte.
Ich antwortete wahrgemäß, dass sie schon lange verstorben seien.

Dienstag, 10. Juni 2025

Freund

Aus Lew Tolstoi: Krieg und Frieden

"Lieber Freund, heirate nicht früher, als bis du alles vollbracht hast, was du machen willst, als bis du aufgehört hast, die Frau deiner Wahl zu lieben und bis du sie genau studiert hast, sonst wirst du dich grausam täuschen. Heirate lieber, wenn du alt bist und zu nichts mehr taugst, dann wirst du wenigstens nicht Gefahr laufen, alles, was Gutes und Erhabenes in dir ist, zu vertrödeln."

Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich wollte 1981 mein Anglistik-Studium in England fortsetzen. Leider lernte ich, bevor alles geregelt war, eine Frau kennen. Sie zeigte mir sehr viel Interesse und es machte mir unmöglich, meine Absicht in die Tat umzusetzen, ohne sie zu verlieren.
Natürlich war auch mein Studium in Frankfurt am Main vorher mit wenig Unterstützung an der Uni verlaufen.
Dennoch erscheinen im Rückblick die Entscheidungen eines jungen Mannes im Alter als falsch. 

Mittwoch, 30. April 2025

Schmerz

Die Zeit tut weh,
sie ist Energie.
Kommt und geht,
doch ist das Ende
der Schluss.
Aggregatzustand,
ein körperlicher Zustand,
der ist erst Alles
und dann ein Nichts.



..

Montag, 28. April 2025

Essenz

Texte von Charles Baudelaire - aus: Der Fremdling, Søren Aabye Kierkegaard - aus: Alles oder Nichts, Albert Camus - aus: Der Mythos des Sisyphos und Jean Paul Sartre aus: Das Sein und das Nichts.