Freitag, 10. April 2026

Wobei

Ich lief vor vielen Häschern weg. Sie jagden Menschen. Egal ob sie töteten oder sie festnahmen zu mir nicht bekannten Zweck.
Ich schaffte es, dachte ich. Da gab mir jemand etwas in meinem rechten Hand. Was ich sah, das war ein bisschen Erde mit Gras bedeckt. Sobald ich das fühlte, kam ich schnell voran. Eine junge Frau, die ich kannte, lächelte mir zu. Ich hatte den Ausweg gefunden.
Ein junges Paar fragte mich, ob ich mit ihnen gehen wollte. Ich wusste nicht warum und fragte die Frau. Sie meinte, dass sei ganz in Ordnung. Ich solle mir keine Gedanken machen.
Machte ich mir auch nicht, hatte leider meine Aktentasche in einer großen Galerie von Geschäften liegen gelassen. 
Das Gebäude verfügte über mehrere Eingänge, nur nicht da wo ich mich befand. Zwangsweise musste ich die städtische Umgebung wahrnehmen. War es wieder einmal Berlin, was ich sah? Es saßen junge Leute auf der Straße, das gefiel mir.
Fast vergaß ich mein Ziel. 
Doch mein Weg sollte doch nach Hause führen. 
In der S-Bahn, auf dem Weg zum Fernbahnhof, später glaubte ich in der Pariser Metro zu sein, aber da waren sehr viele Deutsche im mich herum.
Ich dachte mich in einem Traum zu befinden, aber dann ist das Nichts alles.











Mittwoch, 1. April 2026

1.4.2026

1.4.1926 - 100 Jahre her

Das Schulgeld an den staatlichen höheren Schulen Preußens wird aufgrund der schlechten Finanzlage von Staat und Gemeinden auf 200 Mark jährlich erhöht.

Der Stahltrust der Vereinigten Stahlwerke AG wird nach der Senkung der Fusionssteuer im Deutschen Reich gegründet.

Quellle: https://chroniknet.de

1.4.1946 - 80 Jahre her

Die US-amerikanische Zone Deutschlands eröffnet den Briefpostverkehr mit dem Ausland.

Nur die Reichspost ist befugt, Schriftstücke innerhalb der amerikanischen Zone oder über die Zonengrenzen hinaus zu befördern. Anderen Personen oder Unternehmen ist die Beförderung verboten.

Das Hauptquartier der amerikanischen Militärregierung in Frankfurt am Main ist aufgelöst. Die Kontrolle der Regierungsgeschäfte geht auf die amerikanische Militärregierung in Berlin über.

Eugen Kogon und Walter Dirks gründen im April d. J. die „Frankfurter Hefte. Zeitschrift für Kultur und Politik“, die sich vier Jahrzehnte lang zu einer angesehenen moralischen Instanz der Bundesrepublik Deutschland entwickeln.

Quelle: https://www.stadtgeschichte-ffm.de

1.4.1956 - 70 Jahre her

Am 1. April 1956 wird der Bundesnachrichtendienst (BND) mit Sitz im bayerischen Pullach gegründet. Der BND geht aus der "Operation Gehlen" hervor, die zu Beginn des Kalten Krieges helfen soll, die Sowjetunion auszuspähen. Bis 1978 kann der BND weitestgehend ohne rechtliche Kontrolle agieren. Als einzige oberste Bundesbehörde untersteht der BND bis heute dem Bundeskanzleramt und ist der einzige deutsche Auslandsgeheimdienst.

Quelle: http://www.mdr.de

1.4.1976 - 50 Jahre her

Steve Wozniak und Steve Jobs gründeten Apple Computer in der Garage von Jobs' Elternhaus in Cupertino, Kalifornien.

Freddie Lennon, Vater von John Lennon (Beatles), stirbt mit 63 Jahren.

Max Ernst, deutsch-französischer surrealistischer Maler und Bildhauer (Mitbegründer des Surrealismus), stirbt mit 85 Jahren.


Steve Wozniak and Steve Jobs found Apple Computer in the garage of Jobs' parents' house in Cupertino, California.

Freddie Lennon, father of John Lennon (Beatles), dies at 63.
Max Ernst, German-French surrealist painter and sculptor (founded surrealism), dies at 85.

Quelle: http://www.onthisday.com

Samstag, 21. März 2026

Schopenhäuerchen

Zitat aus den Aphorismen von Schopenhauer:

"Man muß alt geworden seyn, also lange gelebt haben, um zu erkennen, wie kurz das Leben ist. — Je älter man wird, desto kleiner erscheinen die menschlichen Dinge sammt und sonders: das Leben, welches in der Jugend als fest und stabil vor uns stand, zeigt sich uns jetzt als die rasche Flucht ephemerer Erscheinungen: die Nichtigkeit des Ganzen tritt hervor."

Heute denke ich an eine wahrscheinlich verstorbene Frau namens Dorle, deren Mann sie und ihr gemeinsames Kind damals verlassen hatte.
Ihr Humor war sagenhaft.
Alle Namen hatten bei ihr das "chen" am Ende. 
Also Völkerchen, mit dem sie kurzfristig Spaß hatte und natürlich Schopenhäuerchen, den sie verehrte. 

Damals war er mir zu langweilig, weil sich in seinen vielen Wiederholungen manchmal der Kern seiner Aussagen versteckte.
Aber der Kern des Pudels lässt sich doch finden. Heute habe ich mehr Zeit und auf meinen Lebensabend trifft das oben aufgeführte Zitat hundertprozentig zu.

Und warum habe ich mich nicht auf Dorle eingelassen? Mir zugewandt sagte sie: "Frauen sind blöd."


Samstag, 14. März 2026

Unbekannt

Mit meinem Vater stritt ich mich. Er hatte mir einige Vorwürfe gemacht und ich ging aggressiv auf ihn zu. Damit er mir zu hört, gab ich ihm mit der flachen Hand einen Klaps auf seinen Oberschenkel, der in einer blauen Hose steckte. 
Unsere persönliche Nähe beruhigte uns und Vater begann mir etwas erzählen.
Er sagte, es gäbe da noch einen dritten Sohn außer mir und meinen Bruder.
Das wäre unser Halbbruder. Denn unsere Mutter hatte nur mich und meinen Bruder.
Sie erzählte mir zu Lebzeiten, dass Vater öfter Besuch einer komischen Frau gehabt hatte (nach ihrer Ansicht). Das muss kurz bevor sie meinen Vater besuchte, gewesen sein.
Vater sprach über einen weiteren Sohn während seines Lebens nicht mit uns.

Mein Traumerlebnis erscheint mir insgesamt sehr wenig real. 


Sonntag, 8. März 2026

Zart

Ich wäre so gern in Österreich.
Nicht alles ist dort so gleich.
Ein bisschen Schmäh in Wien
und dazu Mehlspeis' sei verziehn.
Berge schau ich mir von unten an
und glaube gern daran.
Mein Name war bei jeder Fahrt 
dort bekannt als Wolfgang.
 (nicht als Mozart)

Sonntag, 1. März 2026

1.3.2026

1.3.1926 - 100 Jahre her

In etwa 60 Orten der deutschsprachigen Gebiete der Tschechoslowakei finden Protestversammlungen gegen die Sprachenverordnung statt, die Tschechisch als Amtssprache bestimmt.

Quelle: https://chroniknet.de

1.3.1946 - 80 Jahre her

In Neheim-Hüsten (Arnsberg/Westfalen) endet nach sechstägiger Dauer der Zonenparteitag der Christlich Demokratischen Union (CDU) der britischen Besatzungszone Deutschlands. Die Delegierten beschlossen die Zusammenlegung der CDU-Landesverbände Westfalen und Rheinland zum Zonenverband und wählten Konrad Adenauer zu ihrem Vorsitzenden.

Im Berliner Admiralspalast fordert eine Versammlung führender Sozialdemokraten der Stadt eine Urabstimmung über die geplante Fusion mit den Kommunisten.

Quelle: https://chroniknet.de

1.3.1956 - 70 Jahre her 

Offiziell gegründet wird die NVA am 1. März 1956 - angeblich als Reaktion auf die Schaffung der Bundeswehr. Doch vor der Volksarmee gibt es bereits die "Kasernierte Volkspolizei", die 1952 militärische Dienstgrade einführt und 100.000 "Polizisten" umfasst. Im selben Jahr sagt Franz Dahlem, Mitglied des SED-Politbüros, auf einer Parteikonferenz: "Der Kriegsbestie gegenüber muss die Menschheit gerüstet sein, wenn sie es wagen sollte, die friedliebenden Völker wieder zu überfallen." Deshalb müsse zur Verteidigung des Sozialismus und des Friedens "eine kampfkräftige nationale Volksarmee" geschaffen werden.

Quelle: https://www1.wdr.de

1.3.1976 - 50 Jahre her

Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt an Hans Stahl (1901-1986), „Vater der Frankfurter Geherschule“.
Das Ende 1971 am Wiesenhüttenplatz eröffnete „Frankfurt Savoy Hotel“, das seit einiger Zeit unter Zwangsverwaltung steht, ist von der GAT (Gastronomie am Theaterplatz), einer neuen Gesellschaft der Jacques-Rosenstein-Gruppe, gepachtet worden.
Übergabe eines Hilfszentrums im Hufeland-Haus durch den evangelischen Verein für Innere Mission. Das Zentrum gilt als Modell-Einrichtung für den mobilen Hilfsdienst, als Tagespflegeheim und Therapieabteilung.
Kulturdezernent Hilmar Hoffmann und der Leiter der Schaubühne in Berlin, Peter Stein, sind als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland eingeladen, auf dem Internationalen Theaterkolloquium der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Athen zu referieren. Das Thema des Kolloquiums lautet: „Die Zukunft der Darstellenden Künste“.

Quelle: https://www.stadtgeschichte-ffm.de


Mittwoch, 11. Februar 2026

Mephisto

                          Zitat aus 
            Klaus Mann, Mephisto: 

" 'Wo bin ich nur?’ dachte der junge Herr – er kam aus einem der skandinavischen Länder –. ‚Der Ort, an dem ich mich befinde, ist ohne Frage sehr lieblich und verschwenderisch ausgestattet; dabei aber auch etwas grauenhaft. Diese schön geputzten Menschen sind von einer Munterkeit, die nicht gerade vertrauenerweckend wirkt. Sie bewegen sich wie die Marionetten – sonderbar zuckend und eckig. In ihren Augen lauert etwas, ihre Augen haben keinen guten Blick, es gibt in ihnen so viel Angst und so viel Grausamkeit. Bei mir zu Hause schauen die Leute auf eine andere Art – sie schauen freundlicher und freier, bei mir zu Hause. Man lacht auch anders, bei uns droben im Norden. Hier haben die Gelächter etwas Höhnisches und etwas Verzweifeltes; etwas Freches, Provokantes, und dabei etwas Hoffnungsloses, schauerlich Trauriges. So lacht doch niemand, der sich wohl fühlt in seiner Haut. So lachen doch Männer und Frauen nicht, die ein anständiges, vernünftiges Leben führen …’ "


An diesem Text hat sich bis heute wenig geändert. Oberflächlivhr Freundlichkeit verdeckt nur zu oft, die zugrundeliegenden Absichten. Es geht ums liebe Geld, mehr als um das Menschseins. Mein Vater sagte mal, statt um das Maschine des Spiels sei der Mensch wichtiger. 
Da ich aber sehr selten überhaupt wertvolle Bekanntschaften gemacht. So bezog ich mich immer mehr in mein Sein zurückgezogen. Die oft zutage auftretende individuelle Aggression der Personen, die mir zu Schaffen machte, ließ mich so denken. Bestenfalls stieß ich auf eine wurstige Uninteressiertheit, die ich mir selbst zu eigen machte in diesem sogenannten Vaterland, Deutschland genannt.