Posts mit dem Label nackt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label nackt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 22. September 2026

Jüngelchen

In Frankfurt am Main lebte ich von 1978 - 1980 meistens allein, erst in einem Appartment und danach in einer Zweizimmerwohnung, die ich mittels eines Wohnberechtigungsscheins anmieten konnte.
Mein Leben war nicht immer einfach, da ich meine Heimat vermisste. Immer wieder besuchte ich meine Eltern, um aber meist danach froh zu sein, in meine Einsamkeit zurück zu kehren. Ich fühlte beide Elternteile in meinen Gedanken. Sowohl das feminine als auch das maskuline Gefühl war bei mir imminent. 
Vom Körpergefühl feminin, vom Gedanken maskulin, so lässt es sich beschreiben.
Beides war mir aber nur unbewusst klar.

In meiner Kindheit und Jugend gab es etliche Ereignisse, die ich entweder nicht wahrnahm oder nicht in Zusammenhang mit meinem emotionalen Zustand bringen konnte. 
Eines Tages beobachtete mein Vater mich beim Baden, was mir etwas komisch vor kam. Schon früh war auch ein Foto von mir gemacht worden, wo ich im Schlafanzug auf dem Bauch lag. Somit meine Kehrseite im Vordergrund zu sehen war. 
Meine Gedanken tauchten im Leben immer mal auf. Als ich mit dem Nachbarsjunge öfter unterwegs war, stellte ich mir vor, das ich bei unseren Wildwest-Spielen den Indianer gab, der relativ nackt auf dem Bauch liegen sollte.
Als ich mit meinen Eltern beim Besuch auf einem Campingplatz tagträumerisch mir vorstellte, wie es wäre, wenn ich mir meine Badehose in die Kimme hochziehen könnte. 
Doch ich verwarf das sofort. 
In der Schule gab es im Unterricht viel zu sehen. Mädchen meines Alters waren interessant, Jahre in denen Blicke in den Klassenzimmern hin und her flogen, folgten. Allerdings, ohne das ich jemals aktiv wurde. 
Erst während meines sexuellen Erwachsenwerdens beschäftigte mich zuhause die Streitereien meiner Eltern.
Meine Mutter wollte, wenn sie betrunken war, gern mit mir tanzen. Für mich ein Debakel, vor allem, weil mein Vater jegliche diesbezügliche Annäherungen seiner Frau nicht duldete.
Schule und später die Bundeswehr verlangten von mir mehr körperlicher Kraft, die mir fehlte. Sportlich lagen meine Werte ungefähr da, wo sportliche Frauen durchaus mithalten konnten. 
Körperfett und Muskelmasse spielte sicher eine Rolle dabei. Auch beides lag im weiblichen Bereich.

Nach Abi und Bundeswehr zog ich gern von Zuhause aus
In Frankfurt ab 1978 vernichtete regelmäßig meine Angst aus Einsamkeit mit Alkohol.
In einer Frankfurter Musikkneipe lernte ich eine Clique von Studenten kennen. Nach einem weiteren Bier erklärte ich einer Studentenfreundin "Sex sei nicht das Wichtigste", worauf ihre Augen immer größer wurden. Da hätte ich wohl in der Mitte getroffen. Denn sie lehnte meine Aussage nicht ab. 
Frauen ließ ich öfter da liegen, so sie mich erwarteten. Mal gab es Damenbesuch in meiner kleinen Zweizimmerwohnung oder ich ließ mich nachts nach hause fahren, stieg dann aus und klopfte freundlich auf das Autodach, um darauf hinzuweisen, sie könne nun nach Hause fahren.
Ein Kumpel besuchte mich zuhause, um heraus zu finden, was ich eigentlich wolle.
Ich suche die Zusammenhänge, stellte er fest. 
Später fahren wir mit weiblichen Anhang nachts zu einer Kiesgrube, wo er mich beim Nacktbaden fotografierte. Bilder davon habe ich nie gesehen und auch wusste ich nicht, wer sie sah. 
Im Jahr 1980 änderte sich für mich viel. 
Mein nordhessischer Kumpel lud mich zu seinen Geburtstag ein. Da er viel in ein English Pub in Frankfurt-Sachsrnhausen verkehrte, war es kein Wunder, dass ich entsprechende Kontakte dort finden konnte. Meine erste feste Beziehung nahm hier den Anfang. Doch nach einem knappen halben Jahr war wieder alles schon fast vorbei. Meine Triebe endlich mit einer Frau auszuleben, das war zu viel für sie. Fast gleichzeitig mit dem Tod von John Lennon sollte unsere Beziehung ohne Sex weiter geführt werden. Nachdem wir ihren Vater in Norwegen zu Weihnachten besucht hatten, zog sie mit unserem Doppelbett zu einem irischen Freund. 
Ich litt unter dem ersten Beziehungs-Cut. 
War mein Körper nicht gut genug? Ich wusste es. 
 Kräftig und reich, das hatte ich Frauen nicht zu bieten. 
Im drauffolgenden Jahr lernte ich eine Zeitungsbekanntschaft kennenlernen. 
Sie war für sich selbst stark genug und ich musste meine zerrissene Nervenkraft sparen. 
In den vielen Jahren meiner Ehe, blieb meine sexuellen Lüste dennoch nicht verborgen.
Nur konnte ich sie nicht ausleben, denn ich wollte mich zeigen. So wie manche Frauen es wollen.
Erst wollte ich als Aktmodell gehen, das ging nicht. Schließlich ließ ich von einer Fotografin mit String oder ohne ablichten. In gewissermaßen lachte sie mich aus.
Die Bilder wollte ich meiner Frau schenken,
die dankend ablehnte. Bis auf ein Bild sind alle von mir selbst vernichtet worden. 
In den Vierzigern packte mich die Midlife-Crisis. Kinder hatte ich bis dahin nicht. 
Nie dachte ich jemals darüber nach eine Familie zu gründen. Zu wenig Geld in meinem Beruf und zu viele Nervenschmerzen. 
Der Kontakt zu der Weiblichkeit fiel mir nur im Grunde einfach, wenn ich mich mit lesbischen Frauen unterhielt. Das war eine Zeit lang meine Idee, obwohl mir meine Ehe genügend Gesprächsstoff lieferte.

Irgendwann sagte mir mein Vater, er habe manchmal auf der Treppe weinend gesessen, weil Mutter oft abends mit Streitereien anfing. Ich sah mich auf eine andere Weise ebenso. Frauen können hart sein, wenn der Mann weich ist.

Ich schrieb zum Ausgleich oft kurze Texte für ein Soft-BDSM-Portal. 
Doch mit dem Alter relativiert sich viel.
Was ich in jungen Jahren gesagt habe,
das erlebe ich jetzt. 
Sex ist am Ende des Lebens eine eher oberflächliche Angelegenheit.