Montag, 11. August 2025

Krieg und Frieden Roman von Lew Nikolajewitsch Tolstoi

Zitat aus dem oben genannten Buch:


"Pfuel war einer jener Leute mit einem unerschütterlichen, fanatischen Selbstvertrauen, wie man sie nur unter den Deutschen findet, weil nur die Deutschen Selbstvertrauen haben auf Grund einer abstrakten Idee – der Wissenschaft, das heißt, der angeblichen Erkenntnis der vollkommenen Wahrheit. Der Franzose hat Selbstvertrauen, weil er sich persönlich als Geist und Körper für unwiderstehlich bezaubernd hält, sowohl für Männer als für Damen. Der Engländer hat Stolz und Selbstvertrauen darum, weil er ein Bürger des besteingerichteten Reichs der Welt ist und darum als Engländer immer weiß, was er zu tun hat und überzeugt ist, daß alles, was er als Engländer tut, unzweifelhaft gut sei. Der Italiener hat Selbstvertrauen, weil er von lebhaftem Temperament ist und leicht sich und andere vergißt. Der Russe hat Selbstvertrauen eben deshalb, weil er nichts weiß und nichts wissen will, weil er nicht glaubt, daß man irgend etwas sicher wissen könne. Der Deutsche besitzt ein stärkeres und widerlicheres Selbstvertrauen als alle anderen, weil er sich einbildet, er wisse die Wahrheit, die Wissenschaft, die er sich selbst erdacht hat, aber für absolute Wahrheit hält."

Ernst von Pfuel war preußischer General und kam 1812 auf Vermittlung von Freiherr von Stein nach Tätigkeiten in Wien in die russische Armee. Dort war er mit der Planung des Feldzugs gegen die Franzosen beauftragt. 
Die ihm von Tolstoi zugeschriebene Unerschütterlichkeit und sein Durchsetzungsvermögen hingen sicher auch damit zusammen das er zeitweise als Lehrer gearbeitet hatte.
An sich war er in gesellschaftlichen Dingen liberal eingestellt.

Tolstoi schrieb nicht nur über den Krieg, sondern auch das Leben der oberen Gesellschaft des zaristischen Russlands.
Genauso plastisch wie die Schlachten des Krieges gegen Napoleon stellt er auch die Gefühlswallungen der Frauen und Männer dar, die insbesonders im asiatischen Moskau und dem europäischen Petersburg ihre Umtriebe auslebten. 
So präzise wie er das menschliche Innenleben der Menschen zeigte, schaffte dies noch nicht einmal Thomas Mann in seinem "Zauberberg", zumal auch viel mehr vorkommende Personen bei Tolstoi ihren Auftritt im Roman haben.
Es ist auch kein Wunder, dass vor meinen Augen die Geschichten fast real wirken.
Das ich mir Moskau bereits vor langer Zeit in meinen Träumen erträumte, macht es das geistige Ausleben der Protagonisten aus dem Roman für mich keine Mühe.


 

Freitag, 1. August 2025

1.8.2025

1.8.1925 - 100 Jahre her 

Aus Anlaß des in Wien bevorstehenden Zionistenkongresses kam es in der vergangenen Woche zu gewalttätigen Auseinandersetzungen nationalsozialistischer Gruppen. Bei einer kommunistischen Kundgebung gegen einen völkischen Zeitungsverkäufer am Praterstern wird ein Arbeiter getötet.

Quelle: https://chroniknet.de

1.8.1945 - 80 Jahre her 

Die Erteilung der Lizenz für die "Frankfurter Rundschau" war ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung einer freien Presse in Deutschland. 

Strafverfolgung der Hauptkriegsverbrecher:
Die Alliierten einigten sich in London auf die Strafverfolgung der Hauptkriegsverbrecher und die Einsetzung eines Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg. 

Quelle: KI: www.google.com

1.8.1955 - 70 Jahre her

Die Volksrepublik China lässt elf Piloten der US-Luftwaffe frei, die 1953 während des Koreakrieges über chinesischem Gebiet abgeschossen und unter dem Vorwurf der Spionage gefangengenommen worden waren. China und die USA hatten sich im Juli über die Freilassung geeinigt.

Quelle: https://chroniknet.de

1.8.1975 - 50 Jahre her

Nach zweijährigen Beratungen in Genf und Helsinki endet die KSZE-Konferenz mit der Unterzeichnung der Schlussakte durch Repräsentanten von 35 Staaten Europas (außer Albanien), der USA und Kanadas in Helsinki. Sie ist kein völkerrechtlicher Vertrag, der Rechte und Pflichten nach den Regeln des Völkerrechts begründet und daher auch nicht registrierbar im Sinne der UN-Charta. Als zwischenstaatliche Abmachung und Absichtserklärung strebt die KSZE-Schlussakte erstmals an, multilaterale Verhaltensregeln außerrechtlicher Art im Rahmen eines politisch-moralischen Verhaltenskodex in Europa über die Ost-West-Grenzen hinweg aufzustellen. Hauptziel ist, Kriege künftig regional-multilateral in Europa zu verhindern.

Quelle: https;//www.bdb.de






Samstag, 26. Juli 2025

Thor

Quellen der
Informationen 
entweichen
meinem Mobile.
Was wahr klingt, 
enthält davon nichts 
Es heißt erst,
erst bereiten wir
für Sie vor  
Noch direkter ohne
den Schleier.
wirkt das Internet 
Was gemacht 
oder selbst gesagt
sein sollte,
den kennt man niemals.
Im Netz zappt
der Fisch verworren.
Du findest 
die Wahrheit niemals
Mit Netiquette.



Donnerstag, 10. Juli 2025

107

Vor 54 Jahren fand in der Wohnung unserer Klassenlehrerin Frl. Schäfer in ihrer Wohnung der Kölnischen Straße in Kassel ein großer Abschied von ihrer Realschulklasse statt  Nach dem Genuss an Bieren fand eine allgemeine Brüderschaft mit den Mädchen in der Küche statt. Nachdem ich beschwingt mich ins Wohnzimmer bewegen wollte, um an der weiteren frohen Stimmung teilzuhaben, sperrte mir ein Klassenkamerad den Zutritt mit seinem Bein. Der Kerl ist heutzutage längst gestorben.
Zum Widerstand hatte ich damals keine Lust, ohnehin holten mich meine Eltern bald ab, völlig verwundert, wie ihr Sohn nun daher kam.
Die nächsten Wochen verbrachte ich ohne große Erlebnisse, das Warten auf dien nächsten Schulbeginn erwies sich als quälend.
Beinstellen hat in meinem Leben stets eine Rolle gespielt, ob real oder nur symbolisch, doch meist mit Wirkung auf meine seelische Verfassung.
Deswegen liebte ich stets eine Distanz zum Leben, um es ganz für mich hindurch gehen zu lassen.
Die Realität ist mir weniger wichtig als meine Gedanken. Schon in die Schule sollte ich spät aufgenommen werden, wegen meiner Träumerei. Doch was ist das Leben außer ein Traum? 












Dienstag, 1. Juli 2025

1.7.2025

1.7.1925 - 100 Jahre her

Eröffnung der neuen direkten Fluglinie der „Deutschen Aero Lloyd AG“: Frankfurt am Main – Hannover – Hamburg. Flugzeit 3¾ Stunden.
Räumung des Ruhrgebiets: Die letzten französischen und belgischen Truppen zogen aus dem Ruhrgebiet ab. Dies war ein bedeutender Schritt zur Beendigung der Ruhrbesetzung. 

Quelle: 
https://www.stadtgeschichte-ffm.de
KI: www.google.com

1.7.1945 - 80 Jahre her

Sowjetisches Militär marschiert nach dem Abzug britischer und US-amerikanischer Truppen in die mitteldeutschen Städte Erfurt, Leipzig, Plauen, Schwerin, Halle und Weimar ein.

Quelle: https://chroniknet.de

1.7.1955 - 70 Jahre her

Draußen stand für alle Fälle das Überfallkommando" berichtete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung am 1.7.1955. Weiterhin stand dort: "Sie kickten nur 20 Minuten dann wurde der Damen-Fußball liquidiert" und stellt fest: "Es war diesmal nichts mit der Gleichberechtigung..." 

Quelle: https://www.deutscher-pressering.de/litfassblatt/9

1.7.1975 - 50 Jahre 

Bei einer Razzia im Frankfurter Frauenzentrum beschlagnahmt das Kommissariat für Tötungsdelikte die Ärztekartei. Anlass: Die vom Zentrum öffentlich proklamierten ‚Fahrten nach Holland’. Mit der Begründung, dass Abtreibungsadressen vermittelt würden, wird das gesamte Frauenzentrum zur ‚kriminellen Vereinigung’ erklärt. Die Personalien der fünf anwesenden Frauen werden aufgenommen. Frankfurt bleibt kein Einzelfall. Auch in Stuttgart, München und Nürnberg erhalten Frauen Vorladungen von der Staatsanwaltschaft wegen ‚Beihilfe zur organisierten Abtreibung’. In vielen deutschen Städten veranstalten Frauengruppen Solidaritäts-Aktionen und Kundgebungen.

Quelle: https://frauenmedienturm



Freitag, 20. Juni 2025

Abreisetag

Im Hotel hatten fast alle Reisenden ihre Koffer gepackt und waren bereits abgereist. Ich wartete noch darauf, dass mich meine Eltern abholen würden. Meinen Koffer hatte ich im Bereich der Rezeption gelagert. Ich wollte ihn nun schon nach draußen bringen und musste feststellen, dass eine Frau dabei war, meine Wäsche einzeln sorgsam aus meinem Koffer zu entnehmen und daneben zu stapeln. 
Sie fuhr auch damit fort, als ich sie darauf ansprach. So ging ich zu der mir lange bekannten Hotelbesitzerin an der Rezeption und machte sie auf den Vorfall aufmerksam. Nee, meinte sie, sie hätte das nicht in Auftrag gegeben. Das wäre nicht ihre Art und die Dame sei auch nicht bei ihr angestellt. Als ich zurück kehrte, um die Sache selbst zu klären, sah ich gerade noch eine Frau verschwinden, die es nicht versäumt hatte, der Hotelbesitzerin noch kurz zuzuwinken. Was mich wunderte, das war zudem, dass mein Vater nicht auftauchte. Wenn er etwas versprach, hielt er das normalerweise.
Nachdem ich meinen Koffer wieder reisefähig zusammen gepackt hatte, 
beließ ich es bei einen kurzen Gruß an die Chefin des Hauses. Sie erwiderte etwas, was sich nach einer Frage nach meinen
Eltern anhörte, die sie gar nicht kannte.
Ich antwortete wahrgemäß, dass sie schon lange verstorben seien.

Dienstag, 10. Juni 2025

Freund

Aus Lew Tolstoi: Krieg und Frieden

"Lieber Freund, heirate nicht früher, als bis du alles vollbracht hast, was du machen willst, als bis du aufgehört hast, die Frau deiner Wahl zu lieben und bis du sie genau studiert hast, sonst wirst du dich grausam täuschen. Heirate lieber, wenn du alt bist und zu nichts mehr taugst, dann wirst du wenigstens nicht Gefahr laufen, alles, was Gutes und Erhabenes in dir ist, zu vertrödeln."

Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich wollte 1981 mein Anglistik-Studium in England fortsetzen. Leider lernte ich, bevor alles geregelt war, eine Frau kennen. Sie zeigte mir sehr viel Interesse und es machte mir unmöglich, meine Absicht in die Tat umzusetzen, ohne sie zu verlieren.
Natürlich war auch mein Studium in Frankfurt am Main vorher mit wenig Unterstützung an der Uni verlaufen.
Dennoch erscheinen im Rückblick die Entscheidungen eines jungen Mannes im Alter als falsch.